Ich habe schon oft Sätze gehört wie: 'Lasst uns mal jetzt zwei Lobpreislieder singen und dann steigen wir in die Anbetung mit einem ruhigen Lied ein.' Nicht, dass dieser Satz grundsätzlich falsch wäre. Aber Anbetung hat mit der Lautstärke oder der Geschwindigkeit eines Liedes grundsätzlich überhaupt nichts zu tun. Ich kann anbeten mit einem sehr ruhigen Lied, ich kann es aber genauso mit einem sehr lauten und richtig wilden Lied. Und - zur Enttäuschung aller Lobpreismitarbeiter - ich kann es auch ganz ohne Musik.

Nein, dieser Artikel gibt dir keine Sammlung von guten neuen Ideen. Er enthält kein Rezept für den idealen Jugendgottesdienst. Auch keine praktischen Tips für den nächsten Sonntag. Und keinen Programmvorschlag zum Nachmachen. Nichts derartiges: Er soll dir Mut machen, selbst neue Ideen zu entwickeln. Einmal etwas weiter zu denken als nur bis zum nächsten Termin, der vorbereitet werden muss. Weiter als bis zum nächsten Halbjahresprogramm, das geplant werden will. Er soll dir Mut machen, einmal in die Zukunft zu blicken und dir die Frage stellen: Wie werden eigentlich unsere Jugendgottesdienste morgen aussehen? Oder besser: Wie sollen sie aussehen? Es ist ja wie mit dem Zähneputzen: Wenn du auch morgen noch kraftvoll zubeißen willst, musst du heute die richtige Zahnpasta kaufen. Und wenn du auch morgen noch lebendige Gottesdienste feiern willst ... Was wir heute brauchen, sind gute neue Ideen für die Gottesdienste von morgen.

Das Thema Anbetung ist schon früh in mein Leben getreten. Meine Eltern haben intensiv in der örtlichen Kirchengemeinde mitgearbeitet. Neben dem Kindergottesdienst, den mein Vater jahrelang leitete, wurden wir bald in den Erwachsenengottesdienst mitgenommen - meist zu besonderen Anlässen. Jeder Gottesdienst hatte im Eingangsteil die Anbetung des dreieinigen Got- tes: »Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.« Sicher- lich habe ich als Kind noch nicht die volle Bedeutung dieser Worte erfasst. Aber ich wurde davon geprägt. Das Erste, das wir Gott bringen sollen und müssen, ist Lob und Anbetung.

   
© G. Baltes / T. Schröder
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