Nick Page und sein deutscher Übersetzer Andreas Malessa nehmen in diesem Buch die zeitgenössische Lobpreismusik kritisch aufs Korn. Sie beklagen flache Texte, eine zunehmende Kommerzialisierung und gefährliche Einflüsse der Popkultur. Verschiedene Lobpreisleiter haben auf die Anfragen dieses Buches geantwortet. Ihre Beiträge finden sich im Worshipworld-Artikelarchiv (April 2008). Meine eigene Antwort ist außerdem hier nachzulesen...

Mitreißen oder Mitreisen? Popcorn und der Siegeszug des Lobpreis


Andreas Malessa hat in seinem Nachwort zum Buch von Nick Page das un- dankbare Schicksal mahnender Zeigefingerheber und nörgelnder Beden- kenträger beklagt. Er wird also sicher das Unbehagen verstehen, mit dem nun auch verschiedene Lobpreisleiter wiederum ihre Bedenken zu diesem Buch äußern. Und das noch mehr, als Nick Page ja immer wieder das Kli- schee des notorisch kritik-resistenten Lobpreisleiters heraufbeschwört, der sich entweder auf seine besondere Salbung, sein biblisches Fundament oder den geistlichen Kampf beruft, um skeptische Anfragen (vor allem seines uneinsichtigen Trommlers Josh) vom Tisch zu wischen. Wenn sich nun also einige von uns zu Wort melden, können wir damit eigentlich dieses Klischee nur bestärken.

Dennoch möchte ich mich gerne in die Zahl derer einreihen, die auf dieses Buch schon geantwortet haben. Vor allem deshalb, weil in dem Buch vor allem Lobpreisleiter aufs Korn genommen werden und daher viele Menschen nun automatisch zu uns blicken um zu hören, wie wir mit den aufgeworfenen Fragen umgehen. Aber auch deshalb, weil in dem Buch ausdrücklich ?Werkstattgespräche in der Öffentlichkeit« gewünscht werden. Somit hoffe ich, dass diese Antwort nicht als nörgelnde Verteidigungsrede, sondern als Antwort auf diesen Wunsch verstanden wird. Ohnehin hat meine Antwort zwei Seiten: Ausdrückliches Lob einerseits, aber eben auch kritische Anmerkungen zu einigen speziellen Punkten.


1. Ehrliches Lob

Das Lob ist dabei nicht nur Formsache, sondern kommt von Herzen: Schon allein deshalb, weil ich den Übersetzer und Co-Autoren des Buches schon als Teenager als »Pop-Ikone« auf diversen christlichen Bühnen verehrt ha- be (was ihm vielleicht gar nicht so recht ist, aber da teilt er eben das Schick- sal so manches Lobpreisleiters). Seiner Musik und seinen durchdachten und tiefgehenden Liedtexten verdanke ich bis heute viel, aber auch als Schrei- ber, Redner und Journalist ist er für mich ein Vorbild. Daher lese ich das vom ihm lancierte Buch mit doppelter Hochachtung und Aufmerksamkeit.

Die Fragen, die Nick Page aufwirft, sind in jedem Fall wichtig und zum größten Teil auch richtig: In seine Klage über oft dürftige und gedankenlos zusammengezimmerte Liedtexte kann wohl jeder Lobpreisleiter einstimmen, ebenso wie in seine Mahnungen zum Thema »Anbetung als Lebensstil«, seine Beobachtungen über den ambivalenten Einfluß der Popkultur auf die Lobpreismusik und die Warnung vor Kommerzialisierung. Auch der geschichtliche Überblick über den Werdegang christlicher Liedkultur ist, gerade durch die Ergänzungen von Andreas Malessa, sehr wertvoll. Ganz besonders dankbar bin ich persönlich zudem für den Abschnitt über die zwar verbreitete, aber doch nicht zwingende Personalunion von Lobpreisleiter, Singer/Songwriter, Recording Artist und Pop-Ikone. Vermutlich deshalb, weil ich selbst zur Spezies der nicht-schreibenden und nicht-produzierenden Lobpreisleiter gehöre und immer wieder mit den diesbezüglichen Komplexen zu kämpfen habe, die ich aber ja mit der großen Masse der Gemeinde-Lobpreisleiter teile. Es sind also in der Tat viele wichtige und gute Fragen, die hier angesprochen werden, und jeder, der in diesem Bereich tätig ist, sollte sich dieses Buch vornehmen und sich den gestellten Fragen aussetzen. Dennoch möchte ich zwei Anfragen an die Form und zwei an den Inhalt des Buches stellen:


2. Fragen an die Form

Die Notwendigkeit einer derart reißerischen Aufmachung eines an sich sehr tiefen Themas (Titel, Cover, Farbe) haben schon andere vor mir in Frage gestellt, aber diese kann man vielleicht noch mit dem Hinweis »Satire braucht Übertreibung« erklären. Ebenso müßig ist die Frage, wo genau die feine Grenze zwischen Karrikatur und Verletzung verläuft, denn da gehen die Geschmäcker sicher auseinander. Was mich aber beim Lesen am meisten verwirrt hat, ist das Schwanken zwischen pointierter Maneuverkritik und breit angelegtem Generalangriff. Man weiß nicht recht, welches dieser beiden Ziele Nick Page eigentlich verfolgt. Wenn er sagt, er wolle »nur die Notwendigkeit benennen, sorgfältiger darauf zu achten, was wir schreiben und singen«, nur wissen, »wie wir einander helfen können, wirkungsvoller, tiefer und mit mehr persönlicher Bedeutung zu beten und zu singen«, oder wenn er sagt: »Da ist noch Optimierungsspielraum. Nur darum geht es mir« - dann möchte man sofort und aus vollem Herzen zustimmen. Wenn er aber dann andererseits schreibt, er habe »regelmäßig sonntagmorgens« das Gefühl, das Liedgut habe nichts mit ihm zu tun, Lobpreislieder seien »meist« wenig mehr als wahllos zitierte Bibelverse, die man unzusammenhängend und mit dem Schuhlöffel in eine lyrische Form gezwängt habe, die Texte seien »mehrheitlich« schlecht und die Lieder »zunehmend kurzlebige, vorübergehende Werke, die wenig mehr leisten, als Bibelverse zu wiederholen oder kurze kleine Emotiönchen auszulösen«, dann hat das nur noch wenig zu tun mit der Realität, die ich kenne oder in der meine liederschreibenden Kollegen sich bewegen. Dann frage ich mich, ob Nick Page wirklich das gleiche meint wie ich, wenn er von Verbesserung redet. Oder ob er nicht mit seiner Radikalkritik viel mehr im Blick hat: Nämlich auch die große Zahl der guten und tiefgehenden Lieder, die wir in Deutschland in den letzten Jahren in unseren Liederbüchern finden. Die vielen, vielen begabten und bemühten Lobpreisleiter über all im Land, die in den Gemeinden allsonntäglich ihren Dienst tun und ihre Aufgabe dabei durchaus verantwortungsvoll und reflektiert wahrnehmen. Und den Grundansatz zeitgenössicher Anbetungsmusik als solchen. Hier hätte ich mir einen klareren Kurs gewünscht.

Eine zweite Anfrage an die Form betrifft das Bild des »einsamen Rufers in der Wüste«, das Nick Page vermittelt: Man weiß nicht, ob er wirklich glaubt, der einzige und erste zu sein, der sich diesen Themen widmet, oder ob das nur ein literarisches Stilmittel ist. Seine immer höflichen Entschuldigungen an die verletzlichen Seelen der Liederschreiber und Lobpreisleiter, aber auch die Klage, »es passiere nichts in der Sache«, erwecken den Eindruck, als habe der Autor entweder keines der einschlägigen Bücher zum Thema zur Kenntnis genommen - was ich mir allerdings kaum vorstellen kann -, oder aber dass seine Kritik doch viel grundsätzlicher ist als es scheint. Schon Graham Kendrick, und nach ihm all die anderen, haben doch in ihren Büchern auf alle Themen und Probleme hingewiesen, die Page aufzählt. Ich selbst habe auf meiner Webseite seit vielen Jahren über 350 Internetartikel zum Thema Lobpreis gesammelt, darunter 70 zum Thema »Songwriting und Songauswahl«, in denen alle diese Fragen ausführlich, und zum Teil in größerer Tiefe und Ausführlichkeit besprochen werden. Von Songtextern, Lobpreisleitern, Pastoren und Akademikern. Dass alle diese Botschaften bisher nur teilweise bis zur Gemeindebasis durchgedrungen sind, steht auf einem anderen Blatt. Wenn aber alle diese Bemühungen um mehr Qualität und Tiefe für Nick Page wirklich mit »nichts« gleichzusetzen sind, dann bin ich mir nicht sicher, ob wir wirklich über das Gleiche reden.

Und wenn Andreas Malessa in seinem Nachwort darauf hinweist, in Deutschland würden solche Fragen zwar »intern« unter Musikern und Textern besprochen, aber nicht in der breiteren Öffentlichkeit, so ist auch das nur bedingt richtig. Denn erstens ist das Internet öffentlich und wird auch von der breiten Masse der deutschen Lobpreismusiker genutzt, zweitens greifen auch alle deutschen Bücher zum Thema »Anbetung? diese Themen auf - mehr oder weniger ausführlich. Und drittens gilt das Gleiche für die breit angelegten Kreativ-Kongresse im Bereich der überregionalen Jugendarbeit und für die vielen, vielen Workshop- und Seminarangebote auf Gemeinde- und Verbandsebene. Wenn die öffentliche Diskussion nicht hier anfängt, wo denn dann? So richtig die Fragen also sind, die Nick Page hier stellt, so unrichtig ist es doch, dass sie neu wären. Natürlich gibt es auch weiterhin viel zu tun. Aber persönlich habe ich den Eindruck, dass die Diskussion - auch an der Basis - in vielen Punkten schon weit über das hinaus reicht und auch tiefer geht als das, was Nick Page hier einfordert. Lobpreisleiter wie »Kornelius Kleinteil« und ihre Lieder mag es vor 20 Jahren gegeben haben. In irgendwelchen Winkelgemeinden mögen sie auch heute noch existieren. In den Gemeinden, Konferenzen und Festivals, die ich in den letzten Jahren besucht habe, ist mir jedoch auch nicht annähernd mehr etwas ähnliches begegnet. Insofern scheint mir das Buch, so wertvoll es ist, doch irgendwie zu spät zu kommen. Und es bleibt, im Vergleich zu dem, was heute bereits diskutiert und bearbeitet wird, in vielen Punkten doch eigentümlich an der Oberfläche, wo andere Bücher, Artikel und Seminarangebote schon längst tiefer graben. Es wäre schade, wenn die vielen motivierten und lernwilligen Ehrenamtlichen in diesem Bereich nun den Eindruck bekämen, alle ihre bisherigen Bemühungen wären entweder umsonst gewesen oder gar in die falsche Richtung gegangen.


3. Fragen an den Inhalt

Auch inhaltlich möchte ich nicht allen Vorschlägen von Nick Page unbedingt folgen: Ohne Frage wünschen wir alle uns bessere, durchdachtere und tiefere Liedtexte. Aber ob ich mir das Lobpreislied der Zukunft tatsächlich so vorstellen will, wie Nick Page es beschreibt, da bin ich mir nicht sicher. So möchte ich zum Beispiel Lämmer, Throne und Könige ebenso wenig auf den Müllhaufen der Geschichte werfen wie Choräle, Orgeln und Gregorianik. Der Ruf nach einer totalen postmodernen »Flurbereinigung« unseres Liedguts scheint mir auch hier etwas zu spät zu kommen. Der Spott über das Lamm auf dem Thron war ein Standardmotiv der 90er, als man gästefreundliche Gottesdienste am Reißbrett plante, die als solche möglichst nicht zu erkennen sein sollten. Dieser Trend hat sich inzwischen aber doch schon wieder gewendet. Die Suche nach dem spirituellen Geheimnis, das Anknüpfen an christlicher Tradition und die Wiederentdeckung von Bildern und Motiven, die gerade nicht aus unserer alltäglichen Lebenswelt stammen, gehört heute nicht nur in der Kirche, sondern auch in Film und Literatur wieder zur Selbstverständlichkeit. Für mich, der ich jetzt seit fünf Jahren in Jerusalem inmitten von orthodoxen, katholischen, orientalischen und freikirchlichen Christen lebe, ist eine Spiritualität, die sich nur aus Bildern unserer postmodernen westlichen Erlebniswelt speist und allein dem Kriterium intellektueller Transparenz folgt, vielleicht noch ergänzt durch eine Portion musikalisch stimulierten Gefühls, unvorstellbar geworden. Nick Page vergleicht die Gottesdiensterfahrung mit einer echt englischen Konversation über einer Tasse Tee mit einem religiös völlig uninformierten Besucher. Das aber ist für mich kein erstrebenswertes Modell für einen Gottesdienst. Natürlich möchte ich, dass eine neue Generation es lernt, Gott mit neuer Sprache und eigenen, zeitnahen Bildern anzubeten. Aber ich möchte auch, dass sie einen Bezug behält zur Sprache und Bildwelt der Choräle, nicht zuletzt, um diese auch singen und schätzen zu können. Ich möchte, dass Teenager, die von einem »Lobpreisevent« kommen und ihre Bibel aufschlagen, dort auch die Bilder und Motive wieder finden, die ihnen aus den modernen Liedern vertraut sind. Ich wünsche mir, dass sie in Kirchen und Kathedralen gehen ihre Lieder sich dort in den Ikonen, Mosaiken und Gemälden widerspiegeln. Ich möchte, dass es in unseren Gottesdiensten noch Geheimnisse zu ergründen gibt, dass es auch nach Jahren noch etwas Neues zu lernen gibt und nicht alles beim ersten Besuch verständlich sein muss. Ich habe Angst vor dem intellektuell flurbereinigten Liedgut der Postmoderne und wünsche mir deshalb - auch - Texte, die alte Bilder und Worte in neuer Weise umsetzen, ohne auf sie ganz zu verzichten.

Ebenso möchte ich nicht auf die schlichten und einfach gestrickten Lieder verzichten. Der alte Schlager »Gott ist so gut, Gott ist so gut, Gott ist so gut, ist so gut zu mir« mag weder intellektuell noch musikalisch anspruchsvoll sein. Er enthält weder viel Theologie noch viel Wortwitz. Keine Strophen, kein Lernfortschritt, keine Erweiterung des Gottesbildes und kein Statement zur globalen Erwärmung. Der modernen Forderung nach »Floskelverboten« im Lobpreis würde er vermutlich zum Opfer fallen. Und dennoch ist er vermutlich weltweit für mehr Christen zu einem authentischen Ausdruck ihrer Gottesbeziehung geworden als die Choräle von Paul Gerhard oder die Songs von Matt Redman. Es wird überall auf der Welt gesungen, ohne Liederbuch und ohne Videobeamer, noch dazu in einer Sprachenvielfalt, die für den Übersetzungsmarkt auch nicht annhähernd lukrativ wäre. Ich möchte auf solche Lieder nicht verzichten, ebenso wenig wie darauf, zu meiner Frau »ich liebe dich« zu sagen. Ich brauche die schlichten Floskeln, neben den alten, poetischen Chorälen und den neuen Wortkunstwerken des popmusikalischen Songwriting. Ich möchte keine dieser Traditionen missen: Ja, ich wünsche mir eine größere Breite der Themen und Bilder in den Lobpreisliedern. Ja, ich wünsche mir auch neben Lobpreis und Anbetung wieder ein Aufleben anderer musikalischer und thematischer Sparten. Aber ich möchte dabei nicht auf die einfachen, schlichten Liebes- und Anbetungslieder verzichten müssen. Sie sind es, die mir persönlich geholfen haben, in eine neue Qualität der Gottesbeziehung einzutreten. Und das erst, nachdem ich schon viele, viele Jahre mit Begeisterung christliche Lieder gesungen habe, die zwar textlich und musikalisch wertvoll waren, aber es dennoch nicht schafften, mein Herz zu erreichen. Die intensiven Bemühungen der letzten Jahre um ein anspruchsvolleres, künstlerisch wertvolles und zeitgemäßes Songwriting, so sehr ich sie begrüße, haben doch dazu geführt, dass man die schlichten Zweizeiler immer weniger in den neueren Liederbüchern und CD-Produktionen findet. Sollte das am Ende das Ergebnis der »Optimierung« sein, dann wäre das auch schade.


Ausblick

Andreas Malessa spricht in seinem Nachwort vom »Siegeszug« des Lobpreisliedes. Aber auch vom ICE, der durch den Bahnhof rauscht, ohne dass man ihn noch aufhalten könne. Beide Bilder zusammen beschreiben vielleicht das Dilemma, in dem sich die Lobpreisleiter und ihre Kritiker heute gemeinsam wiederfinden: Ich persönlich glaube nämlich gar nicht an diesen »Siegeszug«. Ich bezweifle, dass Lobpreislieder tatsächlich bereits »die Grenzen zwischen Charismatikern, Evangelikalen und Normal-Protestanten überwunden« haben. Zwar werden sie inzwischen überall gesungen. Aber es kann doch kein Zufall sein, dass ihre Herkunft immer noch nahezu ausschließlich außerhalb der »evangelikalen« und »evangelischen« Welt liegt: Fast alle prominenten Lobpreisliederschreiber sind heute immer noch entweder katholisch, pfingstkirchlich oder aus unabhängigen charismatischen Gemeinden. Wenn ihre Lieder dennoch überall, auch in den evangelischen und freikirchlichen Gemeinden, gesungen werden, dann heisst das noch lange nicht, dass ihr Anliegen deshalb auch überall verstanden oder geteilt wird. Im Gegenteil: Es deutet darauf hin, dass die Kultur des Anbetungsliedes in der Mehrzahl der evangelischen Welt noch etwas Fremdes ist, das weder natürlich aus ihrem Boden gewachsen ist und noch auch bisher ihre Wurzeln darin geschlagen hat.

Ich glaube vielmehr, dass das Phämonen der »zeitgenössischen Anbetungsmusik« in einem Großteil der evangelikalen Welt zwar der Form nach, aber eben noch nicht dem Inhalt nach angekommen ist. Und hier liegen viele der Probleme begraben, die Nick Page in seinem Buch beschreibt: Es sind weniger Probleme der Songschreiber und Lobpreisleiter selbst, als vielmehr derjenigen, die ihre Lieder konsumieren, vermarkten und teilweise gar missbrauchen, ohne das dahinter liegende tiefere Anliegen der Anbetung allererst verstanden zu haben. Um zum Bild zurückzukehren: Der »Siegeszug? ist zwar durch den Bahnhof gerauscht, und viele, viele stehen mit Fähnchen am Bahnsteig, um diesem neuen Wunderwerk der Moderne zuzujubeln. Aber leider war der Zug in den meisten Bahnhöfen zu schnell und hielt nicht an, so dass man hätte einsteigen können. So hat er bisher zwar eine ganze Menge begeisterter Zuschauer gefunden - und natürlich auch kritische Beobachter -, aber nur verhältnismäßig wenige Mitfahrer. Die Aufgabe, dem Zug nicht nur zuzuwinken (oder eben »abzuwinken?, wie es ein anderes skeptisches Buch formuliert), sondern tatsächlich einzusteigen und uns auf die Reise echter Anbetung einzulassen, liegt größtenteils noch vor uns.

Wenn dieses Buch also dazu beiträgt, dass mehr Menschen von Mitgerissenen zu Mitreisenden werden, dann hat es sich sicher gelohnt, es auf den deutschen Markt zu holen. Dann hätten auch die Autoren ein Ziel erreicht, dass sie gewiss mit allen Lobpreisleitern teilen - auch mit denen, die das eine oder andere kritische Wort zu ihrem Buch gefunden haben.

(Nick Page / Andreas Malessa: Lobpreis wie Popcorn. Warum so viele Lobpreislieder so wenig Sinn ergeben. R.Brockhaus Verlag 2008, ? 9,95)

Quelle: Guido Baltes/ Jesus.de

   
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